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Tubuläre Proteinurie Im Nierenkörperchen werden kleinmolekulare Proteine (α1-Mikroglobulin, β2-Mikroglobulin, Retinol-bindendes Protein, β-NAG) in den Primärharn filtriert und anschließend über die proximalen Tubuluszellen des proximalen Tubulus (Nierenkanälchen) rückresorbiert. Bei Erkrankungen des Nierentubulussystems nimmt die Rückresorption ab, im Urin sind dann kleinmolekulare Proteine nachweisbar. Eine tubuläre Proteinurie weist hin auf interstitielle Nephritis, Pyelonephritis, Transplantat-Abstoßung, akutes Nierenversagen oder erbliche Erkrankungen des Tubulussystems, wie z. B. das De-Toni-Fanconi-Syndrom. Glomeruläre Proteinurie Erscheinen höhermolekulare Proteine im Urin, weist das auf einen Defekt der Basalmembran des Nierenkörperchen hin. In frühen Krankheitsstadien sind im Urin Proteine mit einem mittleren Molekulargewichtsbereich von 50–70 kDa (Albumin, Transferrin) nachweisbar (selektiv glomeruläre Proteinurie). Bei fortgeschrittenen Erkrankungen erscheinen im Urin auch hochmolekulare Proteine wie z. B. Immunglobulin G (unselektiv glomeruläre Proteinurie). Eine selektiv glomeruläre Proteinurie weist hin auf Minimal-Change-Glomerulonephritis, Fokal-sklerosierende Glomerulonephritis und perimembranöse Glomerulonephritis im Frühstadium. Eine unselektiv glomeruläre Proteinurie mit einer Proteinausscheidung > 3000 mg/24 h spricht für eine proliferative Glomerulonephritis, eine Diabetische Nephropathie oder eine Amyloidose.
Quellen: de.wikipedia.org
Eine Proteinausscheidung < 300 mg/24 h weist hin auf einen Restzustand nach Glomerulonephritis, eine Proteinausscheidung < 120 mg/d ist nicht beweisend für eine Nierenerkrankung. Prärenale Proteinurie Bei monoklonalen Gammopathien können große Mengen an freien Leichtketten produziert werden. Die freien Leichtketten werden im Glomerulus filtriert und im proximalen Tubulus rückresorbiert. Überschreitet die filtrierte Menge an freien Leichtketten die Kapazität des Tubulussystems zur Rückresorption, erscheinen die freien Leichtketten im Urin (Bence-Jones-Proteinurie). Mischproteinurie Bei fortgeschrittenen Nierenerkrankungen werden sowohl Nierenkörperchen als auch Nierenkanälchen in Mitleidenschaft gezogen. Man findet dann Mischformen zwischen glomerulärer und tubulärer Proteinurie: Fortgeschrittene Glomerulonephritis, diabetische Nephropathie, Nephrosklerose und Amyloidose.
Quellen: de.wikipedia.org
Die Analyse des Urin-Proteoms ist ein experimentelles Verfahren, mit dem die Gesamtheit der im Urin vorhandenen Proteine untersucht wird. Dazu werden die Proteine durch unterschiedliche Methoden getrennt, anschließend ionisiert und mittels Massenspektrometrie analysiert. Als Trennungsverfahren werden zweidimensionale Gelelektrophorese, Flüssigkeitschromatographie, selektive Proteinadsorption, Kapillarelektrophorese und Proteinarrays eingesetzt. Charakteristische Proteinmuster wurden beobachtet bei IgA-Nephropathie, Vaskulitis und diabetischer Nephropathie.
Quellen: de.wikipedia.org
=== Leukozyten-Esterase === Im Urin vorhandene Leukozyten setzen Indoxyl-Esterasen frei, wenn sie platzen. Diese Esterase-Aktivität kann mittels Urinteststreifen nachgewiesen werden. In alkalischem Urin oder Urin niedriger Dichte platzen Zellen besonders leicht, häufig ist daher der Teststreifen positiv, wogegen bei der mikroskopischen Untersuchung keine Leukozyten nachgewiesen werden können. Im Gegensatz dazu verhindert eine hohe Dichte des Urins die Lyse von Leukozyten und vermindert so die Sensitivität des Esterase-Teststreifens. Falsch negative Ergebnisse können auch bei einer hohen Glukose- oder Eiweißkonzentration vorkommen sowie in Gegenwart von Antibiotika (Cephalotin, Tetracyclin, Cefalexin, Tobramycin). Falsch positive Ergebnisse sind selten und kommen z. B. in Gegenwart von Formaldehyd vor. Die Sensitivität des Tests liegt bei 76–94 %, die Spezifität bei 68–81 %.
Quellen: de.wikipedia.org
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